gjhg  
PRODUKTIONEN

 
 
Die Geierwally

von Theresia Walser und Karl-Heinz Ott

Wer kennt sie nicht aus Roman, Kino oder Fernsehen: die burschikose, starrköpfige Walburga Stromminger, genannt Geierwally: Henny Porten, Heidemarie Hatheyer, Barbara Rütting, Christine Neubauer u.a. verkörperten diese Wally im TV und Kino, nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern, welche mehrere Jahre in Freiburg lebte, aus dem Jahre 1875.

Eine nacherzählte Geschichte nach dem historischen Vorbild der selbstbewussten Malerin Anna Stainer-Knittel aus der Nähe von Innsbruck, die als junge Frau ein Adlerküken aus einem Nest holt und aufzieht. Eine Dorfgesellschaft im Kampf mit der Natur, scheinbar nur überlebensfähig als kollektive Einheit, keine Regelabweichungen kennend und duldend.

Walser und Ott haben diese klassische Geschichte aufgegriffen und 2003 fürs Theater noch einmal neu bearbeitet. In der Umsetzung durch das Theater 1098 erscheint Wally nun als sich emanzipieren wollende, bis ins Extrem unglücklich liebende Frau, die ihre weibliche, auch sexuelle, Rollenidentität erst erkämpfen muss. In einer durch das Eindringen des „Neuen“, des „Fremden“ (hier in Form des Tourismus von außen und der sexuellen Bedürfnisse von innen) zutiefst verunsicherten Umgebung, die mit Aggression hier, Regression diesem Neuen gegenüber reagier. Damit sind verschiedene Formen der Gewalttätigkeiten programmiert – auch weil alle diesem „Fremden“ innen, wie aussen sprachlos gegenüber stehen.

So kommt es, wie es vielleicht nicht hätte kommen müssen: der Drang nach Selbstbestimmung und eine unerfüllte Liebe kollidieren mit tradierten Erwartungen und Rollenverständnissen - und alles zusammen bildet mit fehlender offener Kommunikation den Nährboden für eine unaufhaltbare tragische Eskalation …

Das Theater 1098 nimmt sich des Stückes in Freiburg erstmals an und strebt nach dem epischen Ausdruck der Vorlage auf der Bühne, immer wieder nach Handlungsalternativen in der Fabel suchend - und nicht nur das: so wird es auch eine Open-Air-Version der Inszenierung im Sommer 2012 in Münstertal auf dem aus der ARD-Fernsehserie „Leben wie vor hundert Jahren“ bekannten Kaltwasserhof geben.

Moderne kollidiert mit Tradition, heutige theatrale Formen mit traditioneller Kulisse, Reibung, Spannung, Auseinandersetzung widerspiegelnd und suchend. Mit Livemusik und aktuellen Bezügen, episch, verfremdend, doch vollblütig, manchmal komisch und spektakulär. Ein Theater-Ereignis eben, mehr als ein Event, Volkstheater im anspruchsvollsten Sinne.

                      

Es spielen (Änderungen vorbehalten) unter der Regie von Dietmar Berron-Brena mit dem Backstage-Team Sven Graf (bisher Theater Freiburg, Musikalische Leitung), Said Mola (Freiburger Kleine Bühne, Choreografie), Christian Reise, Pit Kania (Bühne), Dagmar Neumann, Melanie Metzger (Assistenz), Ursel Böhler (Maske):

Sonja Engler, Melanie Metzger (auch Theater UnKraut)), Maria Jasper, Susanne Allgeier (Boulevard-theater Zungenschlag Bötzingen), Alexandra Burke, Ingrid Frey, Stella Serger, Lara und Rahel Schlumberger, Tina Tzivelidikis, Daniel Leers (auch Ensemble Roll-Splitt, Immoralisten Freiburg, Ali-Theater Waldshut-Tiengen), Ulrich Großmann (auch Theater UnKraut und Immoralisten), Deniz Özmen, Claus Wonnemann, Gottfried Beck (auch Festspiele Breisach, Theater Freiburg, Trio Retro u.a.), Vincent Gronbach und Till Gombert (alle auch Blackwood Films Freiburg), Torsten Eicheldinger, Peter Mann, Nicolas Ulbrich.

Aufführungsrechte: Theaterverlag der Autoren, Frankfurt/M.

Premiere im Saal:

4. Mai 2012, Theater am Martinstor Freiburg

 

Open-Air-Premiere:

16. Juni 2012, Kaltwasserhof Münstertal

 

 

 

 

 



KARTEN

Informationen zum Kartenvorverkauf finden Sie in der örtlichen Presse.

 

VORFÜHRUNGEN

Daten der Vorführungen hier.